Unsere Tipps für Ihr Fertighaus in 2020

1. Es gibt keine Schnäppchen

Wie bei jeder größeren Anschaffung gibt es auch bei Fertighäusern günstige und kostenintensivere Lösungen. Bei besonders günstigen Angeboten sollten Sie allerdings sehr vorsichtig sein. Der Bau eines Hauses ist komplex und in den meisten Fällen bezahlen Sie den günstigen Preis an anderer Stelle. Gutes Personal, eine gute Verarbeitung und Qualität der Materialien und entsprechende Erfahrung im Bau erhalten Sie nicht zum Tiefstpreis. Deshalb wählen die meisten Bauherren mindestens ein Haus im mittleren Preissegment. So sparen Sie viele Nerven und Zeit. Vor allem aber werden Sie in Ihrem Haus hoffentlich viele Jahre leben, da sollte es dann nicht um jeden Euro gehen.
Informieren Sie sich also intensiv über Ihren Hausbau-Partner. Das Internet ist voll von Erfahrungsberichten von Bauherren, damit sollten Sie anfangen. Achten Sie dabei besonders auf die Berichte, die von günstigen Anbietern von Fertigbau-Häusern erzählen.

2. Finanzielle Planung

Durch eine solide finanzielle Planung und Vorarbeit können für Sie mitunter deutliche Ersparnisse drin sein!
So wird Ihr Kredit in der Regel spürbar günstiger, wenn Sie 10 – 20% der Hauskosten als Eigenkapital mitbringen. Ihre monatlichen Kosten insgesamt sollten später 40% Ihres monatlichen Netto-Einkommens nicht überschreiten. So haben Sie auch in Notfällen immer etwas Spielraum.
Ihr Ziel bei Ihrer Bank sollte es sein, eine möglichst lange Zinsbindung zu erhalten, wenn Sie einen niedrigen Zins haben.
15 – 20 Jahre sind ein guter Richtwert, um möglichst lange die aktuelle Niedrigzinsphase zu nutzen. Wir empfehlen dazu auch das Video von Finanztipp zur Baufinanzierung.

3. Den Vertrag sehr genau prüfen

Prüfen Sie sehr genau, welche Kosten in Ihrem Kaufvertrag stehen. Manchmal werden z.B. Keller oder die Fundamentplatte gesondert in Rechnung gestellt. Teilen Sie Ihrem Fertighaus-Berater beim Gespräch unbedingt mit, dass Sie eine Übersicht der finalen Kosten haben möchten.
Beachten sollten Sie auch, dass manche Anbieter in der Standard-Ausstattung eher billige Materialien nutzen. Lassen Sie sich dies in einem Musterhaus zeigen. Lassen Sie im Vertrag auch genau festhalten, was Ihr Fertighaus-Anbieter erledigt und was in Ihrer Verantwortung liegt. Für das Wort “schlüsselfertig” hat nämlich nicht jeder Anbieter die selbe Vorstellung.

4. Erst das Grundstück

Sie sollten mit der Planung des Hauses erst beginnen, wenn Sie eine Zusage für das Grundstück haben. So können Sie die Besonderheiten des Grundstücks in die Planung mit einbeziehen. Dies ist auch für etwaige Bebauungspläne wichtig, die von der Stadt manchmal vorgegeben werden.

5. Eigenen Sachverständigen bestellen

Wir raten, einen eigenen Bausachverständigen hinzuzuziehen. Anbieter von Fertighäusern betonen immer, dass Sie alles aus einer Hand erhalten und man selbst gute Bauleiter im Haus hat. Das stellen wir grundsätzlich nicht in Frage, obwohl es hier von Anbieter zu Anbieter erhebliche Unterschiede in der Qualität geben kann.
Ein eigener Sachverständiger prüft Ihren Vertrag auf Stolpersteine (VOR dem Abschluss natürlich!), begleitet den Hausbau und handelt dabei in Ihrem Interesse. Das kann bei Mängeln oder Abweichungen vom Vertrag sehr wichtig sein. Ein vom Anbieter gestellter Sachverständiger wird letztlich auch von ihm bezahlt und hat das Interesse der Firma im Blick.

6. Verzögerungen einplanen

Rechen Sie damit, dass nicht alles glatt geht und es zu unvorhergesehenen Verzögerungen und Problemen kommt. So kann es sein, dass beim Bodenaushub festgestellt wird, dass der Boden nicht die Voraussetzungen erfüllt und ein Bodenaustausch gemacht werden muss. Es ist fast unmöglich, diese Dinge vorab zu testen, aber sie führen natürlich zu höheren Gesamtkosten für Ihr Fertighaus. Wir empfehlen, keine engen Zeitpläne festzulegen und ca. 15.000 – 20.000 Euro als Puffer einzuplanen.
Sprechen Sie Ihren Berater auf jeden Fall auf die Baunebenkosten an! Diese sollte er Ihnen transparent darlegen können. Tut er das nicht, sollten Sie darüber nachdenken, den Partner zu wechseln.

7. Das ABC der Gemeinheiten

Der Verband Privater Bauherren hat eine sehr interessante Übersicht über typische Probleme und Mängel aufgestellt, die Ihnen bei Ihrem Bauvorhaben begegnen können. Wir empfehlen Ihnen, diese Liste gut zu studieren und in Ihre Vorbereitung mit einfließen zu lassen. Sie finden sie HIER.